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Aufbruch in ein Neues Leben – Das Konzert

In Berlin war es schon auf Minusgrade abgekühlt, als die Konzertbesucher an der Abendkasse Schlange standen. Zum Glück gab es drinnen erst einmal heißen Glühwein, um sich wieder aufzuwärmen.
Die Stimmung war ausgelassen und ein erwartungsvolles Stimmgewirr hallte durch das schöne Mittelschiff der Auenkirche Wilmersdorf. Das JEB-Blasorchester betrat die Bühne und diese schien fast schon zu klein, so ist dieses Orchester in den letzten Jahren gewachsen. Erstmalig sollte es nun mit Sven Schilling als Gastdirigenten spielen, mit dem das Orchester schon länger eine enge Zusammenarbeit pflegt. Henning Straßburger, der künstlerische Leiter, hatte ihn eingeladen und führte selbst als Moderator durch den Abend.
Das erste Werk des Abends war der Genreklassiker „English Folk Song Suite“ von Ralph Vaughan Williams, welcher gleich den richtigen Ton für dieses Konzert anschlug. In seiner britischen Eleganz passte er ganz hervorragend zur Akustik der Kirche, die Solotrompete harmonierte zart mit den weichen Holzbläserklängen und die beiden Märsche sowie der Walzer bildeten eine festliche Eröffnung, die gleich die gesamte klangliche Bandbreite des Orchester vorstellte.
Das zweite Werk des Abends war „Lincolnshire Posy“ von Percy Grainger und mit seiner enorm anspruchsvollen Kompositionsstruktur sicherlich das Hauptwerk des Abends. Sven Schilling leitete das Orchester elegant durch das komplexe Stück und das Orchester spielte das Stück mit voller Emotion in seinen feingliedrigen Strukturen aus. Die Holzbläser meisterten die komplizierten Passagen souverän und besonders das Sopransaxophon ließ die Melodien regelrecht singen.

In Johan de Meij’s „Downtown Divertimento“ wurde dann ein wesentlich sinfonischerer Ton angeschlagen, mit harter Rythmik und rasantem Tempo ließ das JEB-Blasorchester die Auenkirche erbeben.

Der zweite Konzertteil wurde nach der Pause mit dem „Washinton Post March“ eröffnet, dem berühmten Two-Step Marsch von John Philip Sousa, der an die Märsche des Konzertbeginns anknüpfte.  Es folgte die „Manhatten Symphony“ von Serge Lancen, mit der die Moderne in den Konzertabend einzog. Mit hervorragend intonierter A-Tonalität, den jazzigen Einlagen der Solotrompete und Soloposaune, den leichten Oboen-Motiven und seiner Wuchtigkeit, war die Sinfonie ein komplexes Werk, welche trotz ihres Anspruchs vom Publikum mit langem Applaus honoriert wurde.
Das Schlussstück des Abends bildete eine Ouvertüre, nämlich George Gershwins „Strike Up the Band Ouverture“ aus dem gleichnamigen Broadway Musical. Das war ein richtiger „Rausschmeißer“, der jedoch dem hohen Anspruch des Konzertes voll entsprach. Leichtfüßig jagte das Stück das Ensemble mit rasantem Tempo dem Finale entgegen. Nach lang anhaltendem Applaus für Orchester und Dirigenten gab es natürlich eine Zugabe! Mit „Londonarry Air“ wurde der Abend klanggewaltig, aber gefühlvoll beendet.

 

Noch lange nach Konzertschluss lag die unfassbare Intensität in der Luft, die dieses Programm den Musikern abverlangt hatte. Was für …

„…ein wunderbares Konzert!“ *

 

 

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